Arnold Zweig

 (* 10. November 1887 in Glogau, Provinz Schlesien; † 26. November 1968 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.

1948 kehrte Arnold Zweig aus dem Exil nach Ost-Berlin zurück. Als bekennender Sozialist wurde er in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR geehrt. Zu Zweigs Anerkennung trug besonders bei, dass Georg Lukács sein Werk im Vergleich zur vermeintlich „dekadenten“ Moderne lobte und ihn in einen Traditionszusammenhang zu den Autoren des realistischen Romans des 19. Jahrhunderts stellte. Wegen seines Eintretens für den Sozialismus und die DDR fand Zweigs Werk für lange Jahre in der Bundesrepublik Deutschland kaum Anerkennung.

 

Der sowohl in der Chronologie der Handlung als auch der Entstehung fünfte Roman des Zyklus  „Der große Krieg der weißen Männer“ erschien 1954 als erste Nachkriegs-Fortsetzung der Reihe. Es handelt sich um den ent­täu­schend­sten Teil des Zyklus, insbesondere deshalb, weil Zweig hier versucht, den Vorläufer „Erziehung vor Verdun“ umzuschreiben und ideologisch aufzuwerten.

Arnold Zweig - Die Feuerpause

Erzählt wird von wenigen Tagen Ende November, Anfang Dezember 1917 in Merwinsk, jenem kleinen Örtchen, das der Leser schon aus „Der Streit um den Sergeanten Grischa“ kennen könnte. Handlung in einem wesentlichen Sinn gibt es nicht, sondern es wird vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk eine eher lockere Folge von Ereignissen und Gesprächen unter jenem Leuten geschildert, die auch schon im „Grischa“ eine bedeutende Rolle spielten. Dabei steht im Mittelpunkt ein ausführlicher Bericht des Schreibers Bertin von seinen Erlebnissen an der Westfront, die – wie schon gesagt – bereits den Stoff der „Erziehung vor Verdun“ gebildet hatten. Allerdings verändert Bertin dabei die Kernhandlung um den Tod des Unteroffiziers Christoph Kroysing: Der ältere Bruder Kroysings kommt nun überhaupt nicht mehr vor, sondern Bertin stilisiert sich selbst zum potentiellen Helden der Geschichte, der dafür sorgt, dass Kroysing wenigstens nachträglich juristische Gerechtigkeit widerfährt. Könnte man dies noch als zwar geschmacklose, aber dennoch verständliche Verirrung des Schriftstellers Bertin durchgehen lassen, so ist es mehr als unwahrscheinlich, dass es für diese neue Fassung der Ereignisse keinen Widerspruch aus dem Kreis der Zuhörer gibt, denn wenigstens der Kriegsgerichtsrat Posnanski weiß um die Geschehnisse im Fall Kroysing, ist er es doch gewesen, der Bertin als potentiellen Zeugen zu sichern gesucht hat, indem er ihn als Schreiber anforderte.

Die Feuerpause

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Arnold Zweig - Erziehung vor Verdun

Die Handlung des Romans beginnt im Juli 1916. Der Armierungssoldat Werner Bertin lernt im Verlauf der Schlacht um Verdun im Gebiet des Kanton Damvillers den einjährigfreiwilligen Unteroffizier Christoph Kroysing kennen. Der aus Nürnberg im Königreich Bayern stammende Kroysing ist bürgerlicher Herkunft und bereits zum Offizierskurs angemeldet. Er findet in dem Akademiker Bertin einen gleichgesinnten Kameraden und teilt ihm seine ausweglose Situation mit: Vor mehreren Wochen hatte er die wiederholte Unterschlagung der Mannschaftsverpflegung durch andere Unteroffiziere seiner Kompanie nicht länger hinnehmen mögen. Sein Beschwerdebrief an einen als hohen Offizier der Militärischen-Eisenbahn-Direktion tätigen Onkel wurde durch die Briefzensur abgefangen und mit der Aufforderung nach kriegsgerichtlicher Untersuchung gegen den Verfasser ans Bataillon zurückgeschickt. In der Folge wurde er durch die Befehlsgewalt des Hauptmann Niggl in einen besonders gefährdeten Frontabschnitt verlegt, da die Kompanie an einer genaueren Untersuchung wenig Neigung fand. Der Schipper Bertin verspricht, am kommenden Tag einen Brief des Unteroffiziers an sich zu nehmen, um ihn über Umwegen an den Onkel weiterzuleiten. Beim geplanten zweiten Treffen am folgenden Tag erfährt der bestürzte Bertin, dass Christoph Kroysing in der Nacht durch Artilleriebeschuss ums Leben gekommen ist.

Erziehung vor Verdun

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Arnold Zweig

Einsetzung eines Königs

Hauptmann Winfried dient Anfang 1918 an der Ostfront in der Obersten Heeresleitung als Adjutant seines Onkels, des Generals von Lychow. Nach seiner Versetzung in die Militärverwaltung der besetzten Gebiete Ober Ost wird er Zeuge von Machtkämpfen und Intrigen um die Neuverteilung der Macht in Litauen und schließlich in diese hineingezogen. Zugleich wird er mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der besetzten Gebiete konfrontiert. Er beginnt, am Sinn des Krieges zu zweifeln. Mit seiner Verlobten der in einem Lazarett arbeitenden Krankenschwester Bärbe Osang, verbringt er seine dienstfreie Zeit. Beide träumen von einer gemeinsamen Zukunft nach einem baldigen Kriegsende und wünschen sich ein Kind. Winfried erhält den Befehl, den Vikar des Bischofs von Wilna zur Internierungin das Kloster Maria-Laach zu bringen. Er nutzt diese Reise, um dem sozialdemokratischen Abgeordneten Kilian Hemmerle eine vertrauliche Botschaft zu überbringen. Seine Vorgesetzten erfahren von der Kontaktaufnahme. Das litauische Parlament wählt ohne Zustimmung der deutschen Besatzungsmacht den König Mindaugas II. Eines Nachts wird Winfried nach der Sperrstunde in Zivilkleidung und ohne Dokumente aufgegriffen und als angeblicher gegnerischer Spion in ein Lager verbracht, in dem jüdische Zivilisten unter inhumanen Verhältnissen Zwangsarbeit verrichten müssen. Der jüdische Leutnant Perl befreit Winfried nach zwei Tagen und lässt das Lager schließen. Im Lager hat Winfried erfahren, dass sein Onkel einem Attentat zum Opfer gefallen ist. Inzwischen ist Bärbe, die ein Kind erwartet, schwer an Grippe erkrankt. Sie stirbt in Winfrieds Armen. Als Winfried erfährt, dass seine Inhaftierung kein Versehen, sondern eine Disziplinierungsmaßnahme persönlicher Gegner war und mit Billigung seines Vorgesetzten General Clauß erfolgt ist, wendet er sich vom deutschen Militarismus ab.

Arnold Zweig Einsetzung eines Königs

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